A little German never hurt anybody. I’m too lazy to translate this, in other words (Thea Dorn’s interesting observations about “The German Soul” this week in Die Zeit):
Wir Deutschen selbst sind die einzigen, die notorisch nicht wahrhaben wollen, wie viele unserer Ängste samt der daraus resultierenden Verhaltensweisen von einer typisch deutschen Mentalität zeugen: Jedem Briten ist klar, dass es sich beim “Waldsterben”, das die Gemüter in den achziger Jahren erschütterte, um einen urdeutschen Spleen gehandelt hat. Kein Franzose versteht, mit welch plötzlicher Radikalität unser Land den Ausstieg aus der Atomkraft vollziehen will. Die Amerikaner waren perplex, als Deutschland unlängst sein Ja zum militärischen Libyen-Einsatz verweigerte. Wir selbst und die Welt würden uns besser verstehen, wüssten wir noch, dass ein deutsches Universal-Lexikon bereits im Jahre 1747 wortreich den “jetzigen Verfall der Wälder in Deutschland” beklagte und Martin Luther mit dessen noch älterer Befürchtung zitierte, dass es Deutschland “vor dem jüngsten Tage” an “wildem Holze” mangeln werde. Dass die im Vergleich zu anderen Völkern überstark empfundene Angst vor einer atomaren Verseuchung aufs Engste mit der deutschen Reinheitssehnsucht zusammenhängt, der schon immer jede Verunreinigung, die sich nicht mit Schrubber und Seife bekämpfen lässt, ein Albtraum war. Dass der vermeintlich neue deutsche Pazifismus seinen größten lyrischen Ausdruck bereits 1779 fand, als Matthias Claudius dichtete: “‘s ist Krieg! ‘s ist Krieg! O Gottes Engel wehre, / Und rede Du darein! / ‘s ist leider Krieg! – und ich begehre / Nicht schuld daran zu sein!” Nur weil wir all dies vergessen haben, können wir heute unsere uralten Ängste als Fortschrittssignale ausgeben.